Der Ursprung des Stahlgewitters. Ernst Jüngers tatsächliche Kriegstagebücher liegen nun auch in edierter Fassung vor

Rezension von Walter Delabar

Die Langzeitwirkung der Kriegsbücher Ernst Jüngers ist, bei nachträglicher Betrachtung, kaum verwunderlich. Die Affinität des Autors zum Krieg ist dabei nur ein Grund, wenn auch ein schwerwiegender, denn Jünger bot all denen Identifikations- und Anschlusspotenzial, die die Teilnahme an beiden Weltkriegen nicht per se zur Anklage bringen wollten. Damit aber nicht genug, denn egal was man ins Feld führt (schöne Wendung in diesem Zusammenhang), Jünger war ein Überlebender, mit allem Recht, das damit ihm zuzuschreiben ist. Problematisch bleibt seine zumindest zeitweise Nähe zur nationalistischen Extremen , auch wenn er seit etwa 1933 auf Distanz zum Nationalsozialismus ging und später zum weiteren Kreis des 20. Juli gehörte. Inwieweit sein Roman „Auf den Marmorklippen“ (1939) dieser Absage auch eine erzählerische Form gegeben hat, ist bis heute umstritten. Unabhängig davon: Die Überlegung, dass in der Extremform der Moderne, dem Krieg, der Mensch zu seinen Ursprüngen zurückfinden soll, hat zumindest konzeptionell einiges zu bieten; die Engführung von Krieg, Archaik und Moderne hat jüngers Attraktivität weiter erhöht. Weiterlesen (Gesamte Rezension als PDF-Dokument)

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