Männliche Konstruktionen von weiblicher Intuition und Mütterlichkeit in E. T. A. Hoffmanns „Das Fräulein von Scuderi“ und Peter Høegs „Fräulein Smillas Gespür für Schnee“

Essay von Markus Reitzenstein (2010)

E. T. A. Hoffmann gilt nicht nur als ein bedeutender Schriftsteller der schwarzen Romantik und der deutschen Schauerliteratur, er ist neben Edgar Alan Poe auch Wegbereiter der zeitgenössischen Detektivgeschichte und steht am Beginn der  Entwicklung dieser populären Gattung. Doch nicht nur unter diesem Gesichtspunkt ist seine Novelle Das Fräulein von Scuderi (1818) noch heute von Interesse. In Hoffmanns im Paris Ludwigs des XIV. angesiedelter, prototypische Züge einer Detektivgeschichte tragenden Künstlernovelle, in der (mindestens) zwei verschiedene künstlerische Prinzipien einander gegenübergestellt werden, kommen darüber hinaus noch weitere Handlungselemente und Motive zum Tragen, die sich in (mindestens einem Beispiel) der Literatur des zwanzigsten Jahrhunderts wiederfinden: in Peter Høegs Wissenschaftsthriller Fräulein Smillas Gespür für Schnee (dän. 1992, dt. 1994).
Die hier gemeinten wiederkehrenden Elemente stehen zwar mit dem Genre der Detektivgeschichte in Zusammenhang, könnten aber auch unabhängig von diesem Verwendung gefunden haben, da sie kein integraler Bestandteil desselben sind: Es soll hier um ein bestimmtes Bild der Weiblichkeit und der sogenannten weiblichen Intuition sowie, damit in Verbindung stehend, um gewisse Vorstellungen von weiblich-mütterlicher Fürsorge gehen, die sich in auffallender Ähnlichkeit in den oben genannten Werken spiegeln. Weiterlesen (Gesamter Essay als PDF-Dokument)

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