Zwei Deutsche in Paris. Über Felix Hartlaubs „Kriegsaufzeichnungen aus Paris“ und Ernst Jüngers „Erstes Pariser Tagebuch“

Essay von Benoît Pivert

Die Zeit der deutschen Besatzung gehört in Frankreich zu den ergiebigsten Inspirationsquellen. Nicht nur die Historiker haben sich dieses düsteren Kapitels der französischen Geschichte angenommen, sondern auch die Belletristen und Regisseure, welche diesem Thema gelegentlich Komödien wie La grande vadrouille mit Louis de Funès oder Papy fait de la résistance abgewinnen konnten. An deutschen Erfahrungsberichten fehlt es aber weitgehend. Umso erfreulicher ist es, dass Felix Hartlaubs Kriegsaufzeichnungen aus Paris auch in französischer Fassung vorliegen, denn das Buch gewährt aus deutscher Sicht einen zugleich realistischen und poetischen Einblick in den Alltag jener Zeit. Der französische Leser kann auch auf Ernst Jüngers Kriegstagebuch zurückgreifen, das 1949 unter dem Titel Strahlungen in Deutschland erschien und bereits 1951 ins Französische übersetzt wurde. Strahlungen umfasst neben einem gleichnamigen Kapitel Das Erste Pariser Tagebuch, Kaukasische Aufzeichnungen, Das Zweite Pariser Tagebuch und Kirchhorster Blätter. Die Aufzeichnungen reichen vom Februar 1941 bis zum April 1945. Hier werden wir nur auf Das Erste Pariser Tagebuch eingehen, denn es beinhaltet jene Zeitspanne, in der Hartlaub und Jünger in Paris waren. Die Stadt bot also den beiden Beobachtern denselben Anblick und dieselbe Atmosphäre. Weiterlesen (Gesamter Essay als PDF-Datei)

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