„Inmitten der Fremde: Nur wir.“ Elfriede Jelineks und Wilhelm Müllers Winterreisen im Dialog

Essay von Björn Hayer

Schon während ihres Studiums wird El­friede Jelinek erstmals mit Wilhelm Mül­lers bzw. Franz Schuberts schauerlichem Liederzyklus Die Winterreise und den dar­in diskutierten existenziellen Fragen der Condition d‘ humaine konfrontiert. Die 24 Rollengedichte handeln von einem Wanderer, welcher nach „der traumati­schen Erfahrung einer unglücklichen Lie­be fluchtartig eine Stadt“ verlässt und in „Phasen absoluter Hoffnungslosigkeit und Todessehnsucht schließlich einen in seinem Dasein ebenfalls gefährdeten Bet­telmusikanten, mit dem er künstlerisch zusammengehen will“, begegnet.
Zur Exterritorialität in einer fremd gewor­denen Welt verurteilt, geistert auch Jeli­neks leidklagendes Ich aus dem bereits im Titel an Müller angelehnten Theater­stück Winterreise am Rande der Selbstne­gation. Weiterlesen (gesamter Essay als PDF-Dokument)

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